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8. IHRF 2011

24./25. Mai 2011 im Verkehrshaus der Schweiz

Wie sieht der globale Status quo der Migration aus einer Menschenrechtsperspektive aus? Wo liegen die Chancen und Herausforderungen aus menschenrechtlicher Sicht? Welche Richtung verfolgt zukünftige Migrationspolitik weltweit? Was bedeuten die Begriffe „Migrant“, „Flüchtling“ und „illegaler Migrant“ und welche Wirkung haben sie? Fördert die europäische Migrationspolitik die Durchsetzung der Menschenrechte? Wie können Bildungssysteme und Schulen von Migration profitieren? Wie können sie auf die Bedürfnisse von Personen mit Migrationshintergrund eingehen?  Welche Rolle spielen schulische und ausserschulische Bildung beim Umgang mit Migration?

Diese und andere Fragen wurden am 8. Internationalen Menschenrechtsforum Luzern (IHRF) am 24. und 25. Mai 2011 im Verkehrshaus der Schweiz diskutiert.

Regierungsrat Anton Schwingruber, strich die bemerkenswerte Entwicklung des IHRF hervor, die er während der letzten acht Jahre mitverfolgen und auch persönlich erleben durfte. „Das Menschenrechtsforum erstrahlt als eine Art Leuchtturm, der als Anstoss gilt, um immer wieder auf die hoch gesteckten Ziele der Menschenrechtsarbeit aufzublicken.“ Hans-Rudolf Schärer, Rektor der PHZ Luzern, präzisierte in seiner Begrüssung, dass es besonders im Bildungssystem mehr Chancengerechtigkeit brauche, um Kinder mit mehrsprachigem Hintergrund nicht zu benachteiligen, sondern zu fördern.

Der Fokus der Gespräche am Nachmittag des zweiten Forumstages galt den Schulen in der Schweiz. „Bildung für alle ohne Diskriminierung ist ein Recht, kein Traum“, diese Aussage von Jean Zermatten, Vizepräsident des UNO-Kinderrechtsausschusses, fand rege Zustimmung. Der Generalsekretär der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), Hans Ambühl, ergänzte dies und meinte er lehne migrationspolizeiliche Aufgaben für die Schule konsequent ab, da die schweizerische Bundesverfassung Bildung für alle garantiert

Anja Mihr von der Universität Utrecht zeigt weiter auf, dass ein ganzheitliches Verständnis für das Thema Migration aus einer menschenrechtliche Perspektive durch Menschenrechtsbildung in der Schule erreicht werden könne. „Menschenrechtsbildung kann Schulen und Lehrpersonen aufzeigen, dass Vielfalt zum Wohlstand einer Gesellschaft beitragen kann.“ Dies sei notwendig, da Schule zwar ein Ort der Integration sei, aber auch ein Ort, an welchem Diskriminierung kultiviert und institutionalisiert werden könne.

Jean Zermatten erklärte, dass es nicht ausreicht, nur bei den Schulen daran zu arbeiten. „Die Pädagogischen Hochschulen müssen zukünftige Lehrpersonen in Menschenrechtsbildung ausbilden.“ Dies ist u.a. dringend notwendig, weil Kinder mit Migrationshintergrund in der Schule immer noch Opfer von struktureller Diskriminierung sind, wie Gülcan Akkaya, Vizepräsidentin der Eidgenössischen Rassismuskommission festhielt. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung von Menschenrechtsbildung auf nationaler und internationaler Ebene wird sich nächstes Jahr eine Fachtagung des Zentrums für Menschenrechtsbildung der PHZ Luzern mit Materialien der Menschenrechtsbildung auseinandersetzen.