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6. IHRF 2009

4./5. Mai 2009 in der SwissLifeArena Luzern

Fördern religiöse Gemeinschaften die Menschenrechte? Schützen die Menschenrechte Religionen oder schränken sie deren Freiheit ein? Erleben wir in der Schweiz einen Konflikt zwischen Menschenrechten und Religionen?

"Jede Religion hat ein Problem mit der Rolle der Frau.", meinte Tariq Ramadan von der Universität Oxford und Präsident des Thinktanks "European Muslim Network" zu Beginn des Forums und provozierte damit eine angeregte Diskussion über die Gleichstellung in den Religionen. Sowohl Ramadan als auch Satish Joshi, der Vertreter des Hinduismus, Sarah Vader, die Vertreterin der Baha'i International Community, und Dom Erwin Kräutler, Bischof des grössten Bistums der Welt, beteiligen sich in diesem interreligiösen Dialog über die Wichtigkeit der Menschenrechte.

Auf die Menschenrechtssituation in der Schweiz aus der Sicht der UNO ging Professor Walter Kälin ein. "Es bleibt viel zu tun," meinte Käliln an seiner Gesamtübersicht zu Menschenrechtssituation – auch in der Schweiz. So beispielsweise bezüglich der Gleichstellung von Mann und Frau und in der Gesetzgebung gegen Rassismus. "In der Schweiz bräuchte es eine nationale und unabhängige Menschenrechtskommission, um die Umsetzung der Menschenrechte konkret und konsequent zu fördern", so Kälin.

Wie kritisch es um den globalen Wasserhaushalt steht, darauf verwies der Verwaltungsratspräsident der Nestlé S.A., Peter Brabeck-Letmathe. Er betonte die Wichtigkeit von einem sorgfältigen täglichen Umgang mit dem Wasser und kritisierte im gleichen Zug die fehlende Unterstützung von verschiedenen Staaten und Institutionen, wenn es darum gehe, infrastrukturelle Massnahmen zu treffen, um die Wasserverschwendung zu minimieren. Seinem Referat standen zahlreiche kritische Voten der Forumsteilnehmenden gegenüber, die auf die Verantwortlichkeit der Unternehmen hinwiesen. In einem der zahlreichen Workshops tauschten Akteure aus der Wirtschaft (darunter Ron Popper, Leiter Corporate Responsability ABB und Ivan Levy, CEO The Body Shop Schweiz) 'best practices' aus, wie diese Verantwortung wahrgenommen werden kann.

Der gegenseitige Dialog zur Förderung der Menschenrechte war das zentrale Thema in der Abschlussrede von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey. Die Bedeutung der Allgemeinen Menschenrechtserklärung von 1948 sei für den Stellenwert der Menschenrechte weltweit von herausragender Bedeutung, sagte die Bundesrätin. "Seit 1948 sind die Menschenrechte konkretisierbar und mehr als einfach eine goldene Idee." Schwierigkeiten bei der Durchsetzung der Menschenrechte sieht Micheline Calmy-Rey in der grossen Diskrepanz zwischen den vorhandenen Normen in der Menschenrechtserklärung und ihrer Umsetzung. "Zwar sind die Normen vorhanden, doch es braucht einen breiten Dialog und zusätzliche Massnahmen um die Durchsetzung voranzutreiben."