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4. IHRF 2007

24./25. Mai 2007 im KKL Luzern

Was kann gegen Kindersextourismus und Gewalt an Kindern getan werden?
Gibt es eine Lösung für das Problem der Kinderarbeit?
Wie kann das Elend von Kindersoldatinnen und Kindersoldaten beendet werden?
Kinder und Rassismus – was ist zu tun?

Am 4. Internationalen Menschenrechtsforum Luzern (IHRF) drehte sich anlässlich des 10 jährigen Jubiläums der Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention der Schweiz alles um das Thema "Menschenrechte und Kinder". Im KKL sprachen und diskutierten am 24. und 25 Mai 2007 zahlreiche Referentinnen und Referenten und schon am ersten Tag des IHRF nahmen über 1000 Besucher an dieser öffentlichen Diskussion teil. Publikumsmagnet Cherie Blair, Menschenrechtsanwältin und die Frau des ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair, befasste sich zusammen mit Herbert Oberhänsli von Nestlé und Reed Brody von Human Rights Watch mit der Frage, wer für die Realisierung der Kinderrechte die Verantwortung trägt. Brody unterstützte Blair in ihren Ausführungen zur Förderung der Kinderrechte, er selbst war u.a. stellvertretender Generalstaatsanwalt in New York und hatte beim Prozess gegen den chilenischen Ex-Diktator Augusto Pinochet entscheidend mitgewirkt, bevor er bei Human Rights Watch einstieg. Herbert Oberhänsli stellte die Messung des Gewinns eines Unternehmens in den Vordergrund und nicht das soziale Engagement. Robin Cornelius, CEO der Kleiderfirma Switcher, widersprach Oberhänsli und wurde dabei von Georg Lohmman und Claudia Lohrenscheit unterstützt. 

Den Auftakt des zweiten Tages bildete die Eröffnung des Zentrums für Menschenrechtsbildung an der Pädagogischen Hochschule Luzern, welches in Zukunft das Menschenrechtsforum durchführen und die Menschenrechtsbildung in der Ausbildung von Lehrpersonen und in Schulen fördern wird. Die Leitung des Zentrums wurde Peter und Thomas Kirchschläger übertragen. Nach der Eröffnung sprach nochmals Cherie Blair über den Beitrag des Einzelnen zur Realisierung von Kinderrechten und hob das politische und individuelle Engagement hervor. Sie zog nicht nur den Staat, sondern auch andere Akteure in die Verantwortung. Über die Möglichkeiten eines Unternehmens, die Kinderrechte zu fördern, referierte Robin Cornelius. Als CEO der Kleiderfirma Switcher verfügt er über langjährige Erfahrungen mit Fiartrade in der Textilbranche. Tarek Naguib befasste sich mit der UNO-Konvention über die Rechte von Menschen mit einer Behinderung und zeigte den Handlungsbedarf auf, um die Gleichstellung zu verwirklichen. Danach lieferte Christiane Ludwig-Körner neuste Erkenntnisse über die Bedürfnisse von Frühgeborenen und Säuglingen. Die Experten am Nachmittag befassten sich mit dem Thema Kindersextourismus und wer genau was dagegen tun kann. Jürg Krummenacher, Direktor von Caritas Schweiz, Amihan Abueva, Vorsitzende von ECPAT International und Fausta Borsani von Kuoni Reisen stellten sich den Fragen des Publikums. Das Expertenpanel diskutierte über die Prävention durch Flyer mit Informationen über den Kindersextourismus, die Bekämpfung von Kindersextourismus sowie die Durchsetzung der bestehenden Gesetze und die Rolle der Entwicklungszusammenarbeit. Das Schlussgespräch des 4. IHRF Forums hielt Susanne Giger vom Schweizer Fernsehen mit dem ehemaligen Schweizer Botschafter in China Uli Sigg, der die Lage der Menschenrechte in China thematisierte.