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3. IHRF 2006

1./2. Juni 2006 im Grand Casino Luzern

Welchen Stellenwert nimmt die Bildung in der Weltpolitik ein – und welchen in der Schweiz? Wer kontrolliert und veranstaltet Bildung? Wer setzt das Menschenrecht auf Bildung durch – und was für ein Recht ist das überhaupt?

Renommierte Expertinnen und Experten und namhafte Akteure aus dem In- und Ausland liessen ihr Wissen und ihre Erfahrungen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in die öffentliche Diskussion am 3. Internationalen Menschenrechtsforum Luzern (IHRF) zum Thema "Menschenrechte und Bildung"einfliessen und suchten gemeinsam nach Antworten auf dies und ähnliche Fragen.

Ibrahim Wani vom UNO-Hochkommissariat  für Menschenrechte erinnerte daran, dass "…wir in der Menschenrechtsbildung lernen, global zu leben". Irene Khan, Generalsekretärin von Amnesty International, forderte mit einem flammenden Appell für alle Menschen den freien Zugang zur Bildung: "Wir müssen versuchen, den Stimmlosen eine Stimme zu geben. Aber wir dürfen dabei ihre Stimme nicht überhören." André Keet von der Südafrikanischen Menschenrechtskommission präsentierte in einem der zahlreichen Workshops, wie Menschenrechtsbildung in Südafrika praktiziert wird und fügte damit einen weiteren Stein in das globale Bildungsmosaik ein. Die ehemalige Kindersoldatin China Keitetsi aus Uganda, die mit zehn Jahren das Töten lernte, aber auch Nelly Schenker von ATD Vierte Welt, die in der Schweiz erst mit ihren Kindern Lesen und Schreiben lernte, lösten mit ihren Lebensgeschichten grosse Betroffenheit bei den Teilnehmenden aus.

Als wichtige Akteure in der Förderung der Menschenrechte beteiligten sich auch Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft am IHRF. Dabei wurde klar, dass Unternehmen gerade in Ländern mit finanziellen Schwierigkeiten Verantwortung tragen, aber auch dass attraktive Möglichkeiten bestehen, um diese Verantwortung wahrzunehmen. Mit Alfred Donath, Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes, Farhad Afshar, Präsident der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (KIOS) und Helga Kohler-Spiegel, Leiterin des Amtes für Katechese und Religionspädagogik des Bistums St. Gallen, trafen sich Vertreterinnen und Vertreter von drei grossen Weltreligionen auf dem Expertenpanel, um den Beitrag der religiösen und kulturellen Traditionen zur Menschenrechtsbildung zu diskutieren. Nicht nur die Brisanz des Themas, sondern auch dessen tagespolitische Aktualität war während den Debatten im ausverkauften Forum im Grand Casino Luzern zu spüren.